Elisabeth Katharina Freifrau von Galler
„Die Gallerin“ (1607-1672) brach die damaligen gesellschaftlichen Normen in vielerlei Hinsicht und ist als resolute Bauherrin mit dem Beinamen „Schlimme Liesl“ eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Landesgeschichte der Steiermark. Sie ließ, als Frau im 17. Jh., einen großen Teil der Wehranlage der Riegersburg ausbauen. Das Burgmuseum in den Innenräumen befasst sich ausführlich mit der Gallerin und ihrer Zeit.
Die Gallerin
Elisabeth Katharina Freifrau von Galler – die Gallerin – 1607 geborene Wechsler, gestorben 1672, brach die Gesellschaftsnormen jener Zeit in vielerlei Hinsicht und ist als „Schlimme Liesl“ in die Geschichte der Riegersburg eingegangen.
Elisabeth Katharina Freifrau von Galler war die Tochter der reichen Kaufmannsfamilie Wechsler aus Bad Radkersburg. Nach dem Tod ihres kinderlosen Bruders kamen1648 die Riegersburg und weitere Liegenschaften in ihren Besitz. Frauen hatten in dieser Zeit bei rechtlichen, wirtschaftlichen oder geschäftlichen Angelegenheiten kein Mitspracherecht und auch ihr Vermögen musste von einem Mann verwaltet werden. Die Gallerin sicherte sich allerdings im Ehevertrag das Recht, selbst über ihr Hab und Gut zu verfügen.
Da ihre Riegersburg nur ungefähr 25 km von der Grenze zum osmanischen Reich, dem damaligen Feindgebiet, entfernt lag, ließ die Gallerin diese zu der mächtigen Wehranlage ausbauen, die sie heute noch ist. Sie scheute keine Auseinandersetzung und führte zahlreiche Prozesse, um ihre „Baulust“ auszuleben. Dies brachte ihr den Beinamen „Schlimme Liesl“ ein.
Ihre Tochter Regina stammte aus erster Ehe mit dem Hofkriegsratspräsidenten Hans Wilhelm Freiherr von Galler, welcher nach 20 Jahren Ehe verstarb. Graf Johann Ernst von Purgstall, der Ehemann von Regina, führte den Ausbau der Festungsanlage, den seine Schwiegermutter begonnen hatte, weiter.
Der zweite Ehemann der Gallerin, Detlef Freiherr von Kapell, fiel 1664 in der Schlacht von Mogersdorf.
Im Alter von ungefähr 60 Jahren heiratete sie ein drittes Mal. Diesmal den 35 Jahre jüngeren Johann Rudolf Freiherr von Stadl, von welchem sie sich scheiden ließ.
Ihr Leben war geprägt von Prozessen, Streitigkeiten und Anfeindungen jeglicher Art. Ihr größtes Augenmerk fiel dabei auf die Sicherheit ihrer Burg, ihrer Untertanen und ihres Landes. So ließ sie die Riegersburg zur „Stärksten Festung der Christenheit“ ausbauen.
Über das Leben und die Zeit der Gallerin wird man im Burgmuseum vieles erfahren.
